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Filmkritik: Das Experiment

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    Filmkritik: Das Experiment

    Das Experiment




    Ich habe den Film wirklich überlebt. Nun, der Streifen ist 115 Min. Spannung, 115 Trost, 115 Min. Romantik in geringer Form, dafür 115 Min. ein Psychothrillermegakammerspiel wie es die Welt noch nicht gesehen hat.
    Da kann sich „ The Prisoner „, oder „ Uhrwerk Orange „ aufhängen, während „ Mit stählerner Faust „ einen Tanz mit „ Lock Up – Überleben ist alles „ liefert. „ Das Boot „ kann gleich in die Ecke von „ Gallipolli „ springen und einen Krapfen auf „ Full Metal Jacket „ legen. Ein Film wie ein „ Cube „ im „ Fortress „
    Es war in 1971, im Jahre des Herrn STANFORD. Die Universität hat eine Idee. Ein gewisser Professor KLAUS THON hat eine Idee. Er hat 20 Leute zu sich kommen lassen. Mit einer Inseratanzeige die 4000 DM jedem verspricht der sich einem „ Big Brother „ ähnlichen Gewinnspiel ausliefert. Hierum geht es das 12 Gefangene und 8 Wärter, die alle durch ein Los bestimmt werden, in einer simulierten Situation, eben in einem Gefängnis 14 Tage durchhalten. Alle kommen aus unterschiedlichen Situationen. Da ist ein Flugbodenpersonalbediensteter, genauso wie ein unterbazahlter Angestellter. Ein Kioskbudenbesitzer auf der Straße, genauso wie Hauptdarsteller Taxifahrer TAREK FAHD ( Moritz Bleibtreu ). Alle spielen – vorweg gesagt – wirklich fantastisch Realistisch Lebensecht.
    TAREK macht eine Autoscheinwerferkühlerhaubenmotorschädigungsbenzin ausrinnbekanntschaft mit einer Schnecke die in sein Taxi fährt. Die hat das Rot übersehen. Die Beerdigung Ihres Vaters ist gerade vorüber, und sie war mit seinem Auto auf dem Heimweg. DORA. TAREK nimmt sie mit zu sich, und beide verbringen ne herrliche Nacht. Eine Nacht wo noch ein bißchen Adrenalin überblieb das in Liebe umschlägt.
    TAREK und 11 andere sind die Gefangenen, 8 andere sind Wärter. Die Instruktionen liegen klar, dem Wärterpersonal ist immer Gehorsam zu leisten, sie werden mit Ihr Strafvollzugswärter angesprochen, keine Gewalt unter den Sträflingen. Der Zellentrakt ist halbwegs modern ausgerastet, alles verklot und verbettet, und jeder wird nackt abgeduscht, und kriegt einen weißen Kittel.
    Pro Zelle 3 Nummern, 3 Leute die nur noch Nummern sind. TAREK ist mit STEINHOF zusammen, No. 69.
    TAREK – No. 77, ist nebenbei ein Reporter, der mit einer Kamera in seiner Brille, soviel wie möglich aufnimmt, damit er genügend Material hat um seiner Zeitung eine Geschichte zu liefern.
    Natürlich ist er nicht der Mensch der dauernd ruhig ist, sondern er ist der, der etwas aufmüpfig ist, der gerne zurückredet und der gerne das letzte Wort hat. Das gefällt dem Wachtmeister BERUS überhaupt nicht.
    Schon gar nicht als TAREK seine Autorität vor allen in Frage stellt, als er von seinem Mithäftling dessen Milch austrinkt, da dieser eine Eiweißallergie hat, und sonst Kotzerama bekommt.
    Die Geschichte spitzt sich zu. TAREK provoziert nicht mehr absichtlich, sondern er hat einfach genug von den Wärtern, überhaupt als dieser so sehr stinkt, das es ihm mal einer sagen muß. Das aber auch nur, weil durch BERUS´s Idee, alle Liegestütz machen dürfen. Schon am 2. Tag wird es allen klar, das sie mit mehr zu tun haben, als mit nem üblichen Experiment. Sie müssen parieren, müssen die Arschbacken zusammenkneifen, immer schön auf der gemalten Linie stehen. Die Anfeindungen der beiden Partein wird immer stärker, der Hände druck meiner Freundin nimmt Ausmasse einer Stahlklemme an, und ich wünschte mir Supermann zu sein um Ihren Druck zu entkommen. Mich wühlt es langsam auch auf, als ich sah das die Wärter, anfange die Häftlinge zu beschimpfen. Eines Nachts als TAREK die Wärter durch einen Trick in die Zellen einsperrt, und er entkommt hinter eine andere Gittertür, ist Krieg angesagt. Man fängt ihn und kettet ihn mit Handschellen die halbe Nacht am Gitter an. Spätestens da hätte Dr. JUTTA GRIMM das Experiment absagen müssen, konnte es aber nicht da Professor THON nicht dafür war, da er das weltweit einmalige Scheissstück unbedingt bis zu Ende vollführen will. THON reist in eine andere Stadt zu einem Gremium um von dessen Erfolg, Menschen in Zuchthauskaninchenbausitutationen zu testen, zu berichten.
    Freundins Druck wird immer stärker, BERUS beginnt sogar einen Gefangenen nackt auszuziehen, TAREK hilft ihm, und erleidet ziemliche Schmerzen. Da gehören nicht nur Scheishausmuschelputzen mit dem einzigen Bekleidungsstück dazu, sondern auch Psychoterror, Angst und Beschimpfungen.
    No. 69, STEINHOF war anfangs ziemlich skeptisch ihm gegenüber, und mahnt in zur Ruhe. TAREK hätte auf ihn hören sollen. Er könnte jetzt wirklich einen Freund gebrauchen. Aus dem Harmlosen Spiel ist nun bitterer Ernst geworden. Henkersknecht BERUS verliert immer mehr Anstand, er gewinnt immer mehr an Selbstbewußtsein, und Haß gegenüber den Gefangenen, die Folterungen und Schlägerein nehmen ein Ausmaß an, das nie zuvor so zu sehen war.
    Der Film ist ein Psychofilm erster Sahne. Die ersten Minuten waren Ja noch normal, kurz fad, dann immer besser, spannender. So ungefähr nach 60 Minuten hab ich schon auf die Uhr gesehen. Ich wollte raus, meine Freundin schon seit 40 Minuten. Keiner von uns hätte es wohl noch ausgehalten, wäre der Film so hintervordergründig Psychobrutal weitergegangen.
    Beide haben wir um die Wette gezittert, eine mitgenommene 1,5 Liter Plastik Getränkflasche wurde zum imaginären Wurfgeschoß für die Maximegaarschlöcher auf der Filmleinwand. Wann kommt endlich DORA ?
    Der Besuch stand an. Alleine zuzusehen ist schon eine Qual. Und ich bin beileibe nicht zimperlich mit Filmen, aber der geht über den normalen Menschenverstand raus. Ich hätte entweder zum heulen, kreischen oder irgendeinen Sitznachbar schlagen anfangen können.
    Wäre nicht rechts neben mir meine zartbeseitete Judoika Freundin gesessen, links neben mir ein Tae Kwon Do Staatsmeister, vor mir der Weltmeister im Wrestling Schwergewicht mit 500 Kg, hinter mir links bei der rechten Schulter ein Schizoider Massenmörder, rechts unten vor mir die Göttin des Punk, hinter meiner linken Schulter die Schwester von Saddam Hussein, dann hätte ich wahrscheinlich irgendeinen Kinomitsässling schlagen und treten müssen. Soviel Haß, soviel Gewalt, warum müssen Leute in so Situationen anhand von einer Scheißuniform einfach die Grenzen des Guten Geschmackes ausloten und ausbooten ?
    Warum kann man nicht Freund sein, warum muß es Folter geben ? Mann ich hätte zu heulen anfangen können.
    Noch jetzt hab ich Nachwirkungen, und ich weiß das ich dem Darsteller von BERUS einen Haßbrief schicken muß, oder eine Briefbombe mit 250 Kg Klebrigem Waldhonig die beim Explodieren Spinnennetze auswirft und ihn den Rest seines Lebens an die Wand hängt.
    TAREK werde ich wohl heiraten, und DORA als Pflegetochter adoptieren, wenn meine Freundin nicht da wäre.

    Psychogeschockte


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