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Filmkritik: Chocolate

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    Filmkritik: Chocolate

    Chocolate



    Ähnlichkeiten mit : „ Amy Foster „, „ Grüne Tomaten „, „ Wilde Kastanien „, „ Pelle der Eroberer „
    „ Grasgeflüster „, „ Zauber der Malena „, „ Quills „, „ Gilbert Grape „


    Besetzung:

    Juliette Binoche ( Vianne Rocher )
    Lena Olin ( Josephine Muscat )
    Johnny Depp ( Roux )
    Judi Dench ( Armande Voizin )
    Alfred Molina ( Comte de Reynaud )
    Peter Stormare ( Serge Muscat )
    Carrie-Anne Moss ( Caroline Claimont )
    Leslie Caron ( Madame Audel )

    Länge: 121 Min.

    Regisseur: Lasse Hallström


    Also alles fängt an in einem Dorf in Frankreich 1959. Ein Märchen fängt mit einem Erzähler an, und dieses fängt auch so an. Es war einmal eine Zeit wo die Leute noch etwas grausam zueinander waren. Wo man einfach nicht sehr viel toleriert hat, weil die Katholische Kirche geherrscht hat. Es hat einmal eine Zeit gegeben wo man in dem kleinen Französischen dörfchen Lansquenet-sous-Tannet gelebt hat und einfach sich so angepaßt hat, wie es die Dorfältesten wollten, das man Ja kein Aufsehen erregt.
    Gerade in einem eisigen Märzwindsonntagsandachtsvormittag schneit VIANNE und ANOUK Ihre 10 Jährige Tochter hinein, und klopft bei der alten ARMANDE um sie zu fragen, ob die alte Patisseri zu vermieten sein.
    Diese freut sich darüber, und führt die beiden armen Gestalten in ein verlassenes altes dreckiges staubiges Dings das sich mal Geschäft nannte. Da ist wirklich viel zu machen, und VIANNE fängt gleich an.
    Kurz darauf bekommen sie natürlich gleich Besuch von der Rettung, Feuerwehr, Nachrichtenamt, Klatschbasenstudio, und Filmstudio, REYNAUD, der sie besucht, und oh Schreck erfahren muß, das VIANNE eine Uneheliche Tochter hat, das sie gerade jetzt in der Fastenzeit so was wie eine Patisserie eröffnen will, und das sie nicht in die Kirche geht. Der nicht blöd erzählt gleich jedem im Dorf herum was mit den beiden los ist, und so ist es nicht verwunderlich das die beiden schon 1 Woche nach Ihrer Ankunft in dem sonst so freundlichen Dorf bald verschrien sind. Natürlich ist VIANNE eine richtige Frau die Ihren Mann steht und läßt sich von dem nicht unterkriegen und geht beschwerend zu REYNAUD um ihn höflich zu fragen ob er sich ins Hirn hat mal scheissen lassen. Sie verspricht ihm, egal ob Fastenzeit oder nicht, sie eröffnet das Geschäft und geht nicht pleite. Im Insgeheimen will aber REYNAUD der sich streng an die Kirche hält natürlich das nicht zulassen. Der Film ist hier schon einige Male schon so witzig, das ich ungewollt, 1 Liter Kirschsaft verschüttend unabsichtlich Herzkrampf und Erstickungsgefährdet auf dem Schoß meiner Freundin gelandet bin und ungewollt ein fast Oralbeglückunskunststück vollführt habe, aber so was macht ein Gentlemen spät abends in einem fast leeren Kino nicht.
    REYNAUD hat das ganze Dorf im Griff, und kurz vor Ostern eröffnet VIANNE Ihre Chocolaterie.
    Oh Mann so was hab ich noch nicht gesehen, ich versprach gleich daraufhin nach Frankreich zu fahren. Ich habe keine Ahnung wie die Schauspielerin das hingekriegt hat, sie hat einfach Irre viel gebacken, gekocht, gedünstet, gewalkt, und hat so viele Süßigkeiten und Torten gezaubert wie man sich nur vorstellen kann. Und nicht nur das, ich glaube zu wissen sie rochen bis ins Kino, und voller Freude hab ich versehentlich in die Wade meines Nebenmannes gebissen der ein 2,10 M Großer Bodybuilder war der gerade aus dem Raubmorddezernat in Shanghai geflohen ist und sich nicht darüber sehr gefreut hat. Gut das meine Geliebte so gut Verabal Taekwon Do kann.
    ARMANDE wird Ihr erster Kunde. Die ist etwas eigensinnig und Kaltschnäuzig und schon bald erzählen sie sich die wüstesten Storys Ihres Lebens, und Ihrer Jugend. Die 70 Jährige hat soviel erlebt und hat auch eine Tochter CAROLINE deren Sohn sie sosehr verhätschelt, und ihn nicht mal der Großmutter zu Gesicht kommen läßt. Natürlich kommen sporadisch ein paar Kunden rein, aber die gehen gleich wieder, weil schon alleine der Gedanke an eine rot gekleidet nicht in die Kirche gehende Dame die in der Fastenzeit vor Ostern eine Freß und Sündenbude eröffnet, schon sündig ist.
    VIANNE hat aber eine besondere Gabe, durch Ihr persönliches Einfühlungsvermögen kann sie von jedem Ihrer Kunden die passenden Pralinen und Schokoladenstücke erraten, und ich wünschte in dem Augenblick sehnlichst in Ihrem Geschäft zu sein und mal für wenigstens 1 Stunde alleine zu sein, noch mehr als ein Tampon zu sein. Eines Tags kam eine Frau zu Ihr, die Ihr geklagt hat Ihr Mann greift sie nicht an, und durch Zufall hat der Guatemaltesische Frische Kakaobohnen gekostet und seitdem sind beide Ihre Stammkunden geworden. Freundin sieht mich an, ich sehe sie an, und verspreche Ihr Ihren Kakaobohnen Baum immer schön brav zu gießen.
    CAROLINE´s Sohn LUC ist natürlich nicht erlaubt in das Geschäft zu gehen, das wäre sündhaft, worüber ARMANDE sehr traurig ist, und so beschließt VIANNE ihn einfach zu fragen ob er nicht von Ihr ein Portrait malen will, in Ihrem Geschäft. Er sagt natürlich nein, aber überlegt es sich und trifft so endlich mit Oma zusammen, die fast einen Herztrauerkeitsanfall bekommt. Das ganze Kino hat weinen müssen, und ich ging mal kurz eben raus, um 200 Rollen Klopapier zu stibitzen. Brauch eh keiner um die Zeit.
    CAROLINE ist natürlich nicht sehr darüber begeistert. VIANNE macht auch Bekanntschaft mit der Kleptomanin JOSEPHINE die Ihr eine Praline stiehlt. VIANNE schenkt Ihr einfach ne 2. Und so besucht sie sie einmal in Ihrem Domizil, in der Unterdrückung von SERGE Ihrem Mann der das Örtliche Kaffeehaus besitzt.
    Sie klagt VIANNE Ihr Leid, das die ganzen Geschichten eben nur Geschichten sind, sie keinen Diebin ist, und auch nicht geisteskrank. Ihr Mann schlägt sie des öfteren, und so schließt sie mit der eigenwilligen VIANNE Freundschaft und lernt auch so ARMANDE kennen, 3 Frauen die sich nichts gefallen lassen.
    VIANNE versucht JOSEPHINE zu helfen bis diese eines Tages von Ihrem Mann geflüchtet ist, weil der sie wieder geprügelt hat. REYNAUD hat schon sehr viel versucht VIANNE zu schädigen, schaffte es aber nicht, und als er mit SERGE redet, der ihm sein Leid klagt, dreht er fast durch, denn er ist total gegen Frauen schlagen. Beifalls klatscher meiner Freundin, 2 KG schokolade runtergewürgt von mir.
    REYNAUD hat vor aus SERGE einen anständigen nicht trinkenden Menschen zu machen, und bringt ihm auch das Kirchen gehen bei. Der Pfarrer selbst ist ein Untergebener von REYNAUD und predigt am Sonntag gegen VIANNE und Ihren Laden.
    Eines Tages kommt mit einigen Booten ROUX an, einer Zigeuneraussteigergruppe, die Halt macht am Fluß, und sich in der Stadt aufhalten will. Natürlich sind diese Tiere ähnlichen Wesen total unerwünscht im Dorf und so veranstaltet REYNAUD eine Hexenjagd gegen diese Zigeuner Bande und hängt überall Zettel mit Demoralisierungshintergründen eben durch diese auf. Am Liebsten hätte ich REYNAUD gewürgt wäre er vor mir, wenn nur nicht diese Chocolaterié wäre, dann hätte ich ich mich noch mehr in Verstümmelungsfantasien geweidet. VIANNE schließt sofort Freundschaft mit ROUX die sich sehr gut leiden können, und versucht ihm zu helfen. SERGE in der Zwischenzeit gesundet will JOSEPHINE wieder zurück, und als diese nicht will, stürmt er eines Nachts die Bude, und will VIANNE töten. JOSEPHINE war ihm glücklicherweise ihm Weg.
    Was der Bürgermeister nicht weiß ist das schon viele im Dorf Freundschaft mit VIANNE schlossen, das ROUX sich um VIANNE auch kümmert, und das am Ostersonntag VIANNE ein Schokoladenfest machen will, am schönsten Tag des Jahres am Auferstehungstag von Christus, was für REYNAUD aber ein strenger FASt und Feiertag ist.
    Also ich weiß nicht wer diese Romanvorlage warum geschrieben hat und wann, aber ich muß sagen, das war nicht nur die köstlichste Verfilmung der letzten Zeit, sondern auch einer der nachdenklichsten und anshenlichsten. Was soll man von einem Menschen nur halten der immer gut ist, und versucht mit Toleranz und Liebe Leute zu bekehren, anstatt mit Gewalt und Hiebe ? Sehr viel, denn wenn es Engel auf der Erde gibt, wenn Santa Claus doch nicht im ganzen Jahr schläft, und wenn der Osterhase doch keine Erfindung von Beate Uhse ist, dann ist VIANNE ein Engel. In der Zwischenzeit ist so ziemlich jedes Mobiliar von mir angeknabbert worden, und selbst mein Body Builder Kinobesucher Sitznachbar hat schon ein paar Stiefel angezogen, und meine Freundin saß aus Angst vor Anknabberungs und Ableckversuchen einen Sitz weiter weg.
    Die Story ist spannend und sehr passend in der Fastenzeit und ist jedem zu empfehlen. Sie ist nicht nur lustig sondern auch spannend und sehr traurig und vermittelt einem sehr viel Freiheit, Lebensgefühl, Ehre und Verstand, und vor allem die Toleranz die so wenige Leute heute haben.
    Man glaubt es nicht, ein englischer Film der nicht französischer mehr sein kann, als er schon ist.
    Schokolade als Hauptthema dazu, das wichtigste der 5 Grundnahrungsmitteln, noch vor Kaugummi und den Lippen meiner Angebeteten. Wie schön ist es doch ein Aphrodisiakum dieser Art in den Händen zu halten, dazu die Frau die man liebt, und eine Kleine Insel, Neuseeland vielleicht und man wäre schon glücklich.
    Das ganze verpackt in ein Kostüm eines Liebesfilmes, eines Märchens wie es schöner nicht erzählt werden kann, und das Weihnachtsfest ist gerettet. Da kann keine Hollywoodkomödie der letzten Zeit mithalten, die Engländer habens einfach besser drauf.


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