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Filmkritik: Schöne Venus

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    Filmkritik: Schöne Venus

    Schoene Venus


    105 Min. 1998, im Jahre Frankreich zu Weihnachten. Steht irgendwer auf „ Die Detektivin „ oder „ Die Farbe der Lüge „, „ Romance „ oder „ Eine pornografische Beziehung „ ? Dann gefällt euch der Film hier vielleicht auch. Willkommen zur Vorweihnachtsgeschenkeinkaufskosmetikzeit, willkommen im Universum der französischen Liebesschnulzenlangweiligkeitssarkasmusnachdenklic hkeitskomödiantenstücke.
    Es ist der Kosmos der alternden Singles, die sich jung wünschen weil sie Angst vor dem Alter haben, weil sie Angst haben bald auf dem Friedhof zu landen, und wie jeder alternde Mensch Angst zu haben Tauben im Park zu füttern, und in ein Paar Jahrzehnten dann die Hologramme davon, die ihr Leben irgendwo am Rande des Vergessens, nahe am Abgrund, aus unsicherer Distanz beobachten. Eine Welt in der die Selbstmordsaison Hochkonjunktur hat, eine Welt in der die Entblätterung der eigenen Gefühle eine Art Zuchtsucht ist.
    SAMANTHA, MARIE, ANGÈLE. Drei Kosmetikerinnen, die von früh bis spät im Schönheitssalon arbeiten. Sie schmieren faltigen Kundinnen teure Cremes ins Gesicht, massieren müde, schlaffe Glieder, schminken farblose Lider. Wie eine Art lebende auf 2 Beinen gehende wandelnde Masseusen. Wenn die letzten Hüllen im Salon fallen, sich die Frauen den flinken Fingern der Angestellten hingeben, dann fällt auch der aufgestaute Haß den du den ganzen Tag im Büro hast, und dann erzählst du die wichtigen Dinge des Tages, wieviel Tampons du genommen hast, wie oft du ein Schaf geklont hast, und wie oft du von 120 M runtergesprungen bist. Dann bricht alles hervor, was sich an Seelenmüll angestaut hat. Depressionen, Beziehungsprobleme, familiäre Konflikte. Dann heißt es zuhören, zustimmen, beruhigen und "ja, das ist aber schlimm" sagen.
    Und irgendwie ist das ganze wie ne Art Massiervertreter.
    Von der Liebe enttäuscht sucht ANGELE in wahllosen Affären. Sex ohne am nächsten Tag daran denken zu müssen, das da wer neben dir liegt. . Die etwas ordinäre SAMANTHA springt von Affäre zu Affäre, erzählt angetan von ihren Errungenschaften, doch ist immer noch auf der Suche nach dem Richtigen. Wenigstens die zierliche, blutjunge MARIE, angebaggert von einem alten Opa, Riesentittig hat ihre Zuneigung für Ihn entdeckt - auch wenn das Duo optisch wie "Die Schöne und das Biest" aussieht. ANGÈLE, indes, hat den Glauben an die große Liebe verloren. Zuviele Beziehungen sind gescheitert, zuviele Enttäuschungen hat die verhärmte Mittvierzigerin durchgemacht.

    Beim Treffen mit Männern stellt sie immer gleich fest: Mir geht' nur um Sex. Schnell und gut. Nicht mehr. Um so erstaunter und verwirrter ist sie, als sich der junge ANTOINE in sie verliebt. Er betet sie an, will ihr die Welt zu Füßen legen - doch sie weist ihn desillusioniert zurück...
    Das eigentliche Problem in ANGÈLE´s Leben ist die Eifersucht, die Angst, ein weiters Mal enttäuscht zu werden. Als ANTOINE, ein junger Spund, dauernd quasselnd,- und ich sitze daneben und höre dauernd, he so bist du auch, meine Güte, bist du im Kino-, auftaucht und sich unsterblich in die Angestellte verliebt, muß sie Ihre Entscheidung treffen. Sie gehen beide fort, essen, bumsen, küssen sich, und streiten sich, allerdings hat ANTOINE eine Verlobte CLAIRE mit der er keinen Sex haben will weil er sich nicht versteht.
    Hier wird Ehe gebrochen wie in Kanada Holz gefällt wird. Die Liebe zwischen einem jüngeren Mann und einer älteren Frau, eigentlich sehr selten, spiegelt dieser Französische Frauenfilm wieder, der anscheinend meiner Freundin sehr gut gefallen ist, weil dauernd kommt sie so streichelnd daher, und ich will eh nicht gestreichelt werden, wenn ich mich auf einen Film konzentriere den ich nicht verstehe.
    Und dauernd, he das ist ja schön, das bist ja du, und He da erkenne ich dich wieder. Meine Güte ist die eine Quasselente. Jedenfalls ist die Chefin – NADINE – ne alte braut die den Landen führt, und oft auch mit SAMANTHA zusammenkracht. Die Leute die da reinkommen sind blöd, und haben nicht alle Tassen im Schrank und ANGELE ist sowas wie Ihre rechte Hand. Der ganze Film ist eigentlich sowas wie eine Parabel zwischen, gute Orange trifft faule aber junge Tomate und will ne Klongeburt.
    Eigentlich passen die 2 eh gut zusammen, doch keiner kann sich entscheiden was aus den Zweien wird.
    Wahnsinn, wie oft die Leute eigentlich in Schönheitssaloons gehen, und nach dem Film weiss ich, nie wieder mit ner Frau in einen Film gehen in dem Kosmetika vorkommen. Einfach Schrecklich. Während wir Männer die unkomplizierte Methode, Schweiss, Wasser, Liebe bevorzugen, müssen die Frauen, meine eingeschlossen, natürlich das Alphabet der Schönheit auswendig gelernt haben, und es verspricht ein teures Weihnachten zu werden.
    Irgendwie ist der Film fade, langweilig, und dauernd ist die ganze Geschichte in dem blöden Schönheitssaloon und man hat wenig Spannung, und muss sich die ganze Zeit krampfhaft wachhalten.
    Sicher angeblich war er lustig, ich habe halt nicht gelacht, aber es ist zumindestens eine nette Geschichte, über sie alltäglichen Probleme, und man glaubt es kaum, 40 Jährige können sehr gut aussehen.

    Lippenstiftige

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