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Filmkritik: Im Juli

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    Filmkritik: Im Juli

    Im Juli


    Ist es heiss, sind die Tangaslips biliger, ist das Schicksal ein bißchen gemeiner zu dir, sind die FKK Strände wärmer als im Winter, sind die Früchte ausreichender als im Herbst, ist der Treibstoff billiger, und man braucht weniger einzuheizen.
    DANIEL BANNIER ( Moritz Bleibtreu ) ist ein richtiger Looser, er ist Mathematikreferent, er ist Jung, er sieht halbwegs gut aus, er hat Herz, er ist nett, er ist hilfsbereit, seine Schüler tanzen im auf der Nase herum, in Szenelokalen wird er nicht bedient, DANIEL ist Jungfrau, hat keine Freundin, lebt alleine, quatscht wenig, und wenn dann lauter Käse, ist nicht reich, und sucht keine Frau.
    DANIEL ist der typische Mensch Mann, der immer über bleiben wird, der sich nicht wehren kann, der zu feig dafür ist, und zu gut erzogen, der seine Mutter immer noch sehr gerne hat, und DANIEL ist der, der ein perfekter Schwiegersohn ist.
    Bis zu dem Tag an dem die Ferien aus sind, am 1. Juli.
    Der Film fängt ja eigentlich an in Bulgarien an einer Straße, er fährt als Autostopper mit, und wird von nem Türken angefahren und über den Haufen gefahren, den dieser hat ne Leiche im Kofferraum, sie stinkt, und er macht gerade den Kofferraum auf, als DANIEL um ne Mitfahrgelegenheit bittet.
    Er wird angefahren und dann doch mitgenommen, und er will den langen Weg mit dem fremden ISA fahren.
    DANIEL geht von der Schule heim ( er erzählt ISA seine ganze Story, was sich bis zu diesem 12. Juli alles ergeben hat und wie er nach Bulgarien kommt ), und trifft die überaus hinreissende JULI ( Christiane Paul )die ihm auf einem Flohmarkt einen Sonnenring als Glücksbringer andrehen will.
    Er nimmt ihn und hofft auf die große Liebe, die ihm in Gestalt der Jungen Türkin MELEK entgegentritt, die gerade von Berlin nach Hamburg eben kam und eine Schlafgelegenheit findet.
    Nett wie DANIEL ist reißt er Ihr die Handtasche weg um sie zu tragen, zeigt Ihr den Strand und einheimisches Bier, und Kavaliergentlemenmäßig geht’s in die Bude wo er sie übernachten läßt.
    Er kommt zwar nicht zum Stich, aber er weiß er ist verliebt. MELEK ist wiederum auf Durchreise und muss am Freitag um 12 Uhr in Istanbul sein, wo sie wen treffen muß an der Brücke die über den Bosporus geht.
    DANIEL weiß da muß er hin, und weiss nicht das er die Zu spät gekommene mit Plänen angehäufte JULI damit verärgert und traurig macht. Die wiederum hat auch Ferien und trampt wie jedes Jahr mit Autostopp dorthin wo sie der Jenige führt, und da DANIEL kein Geld hat will er nach Istanbul fahren die paar Tausend KM und trifft gerade JULI die er mitnimmt.
    In Bayern in einem Kuhkaff, stirbt sein Motor ab, und sie stecken beide fest.
    „ Kalifornien „ meets „ Der Krieger und seine Kaiserin „ während „ Thelma & Louise „ eine Leberkäsesemmel essen. „ Kurz und Schmerzlos „ meets „ Nach fünf im Urwald „ und das coole Roadmovie geht spritzig weiter.
    „ Hitcher „ fährt mit „ Roadflower „ die Strecke, Hamburg – Istanbul. Beide landen dann bei einem LKW Fahrer und fahren mit Ihm Richtung Wien mit, wo sie aussteigen.
    JULI geht mit Leo dem LKW – Fahrer derweil was Bieriges trinken, und erzählt Ihre Story.
    Der wiederum faßt sie unsittlich an, und DANIEL – eingefleischter Pazifist – hat seine erste Auseinandersetzung im Leben. Beide sind wieder auf Wanderschaft, und landen auf einem Schiff das sie bis vor kurz Budapest führt. Beide verlieben sich irgendwie ineinander, aber keiner gibt es zu, und was JULI schon längst klar ist, dauert für DANIEL noch urlange.
    JULI ist eine bezaubernde Person, sie sieht fantastisch aus, ist schöner als meine Alte, ( Ähem ) und ist Tramperin, sie ist lustig, ehrlich und treu, wie fast alle Frauen die leben auf dieser Welt.
    DANIEL wird auf dem Schiff als Blinder Passagier entdeckt, und über Bord geschmissen, er landet bei einer Jugozicke in einem Truck, die ihn nach Budapest mitnimmt, und in dort mit KO – Tropfen betäubt.
    DANIEL von der Welt 0 Ahnung, wird ausgeraubt, fast erschossen, und muß ohne Paß das Weiterreisen nach Istanbul zusammenbringen. Da gilt es noch die Diebin zu fassen, JULI zu finden, MELEK nicht zu vergessen, der Polizei zu entfleuchen, über Grenzen zu kommen, und er trifft endlich JULI wieder.
    Hm da funkt und spritzt es, und die Story ist einfach so durcheinander, abenteuerlich, das es einem wieder in die Ferne zieht, und schon möchte man auf der Straße stoppend stehen, läuft aus dem Kino heruas, und wird von 2 Schweissgebadeten Händen festgehalten die rufen. Bitte nicht schon wieder Autostopp.
    Der Film ist altomodisch, ohne Blut, Sex, Gewalt, ohne MTV, ohne Bild Zeitung, und ohne McDonald Futter, doch ist er spannend, liebenswert, sehenswert, erzählenswert, nicht begriffstutzig, und überaus nett.
    Nachdem DANIEL seine Katharsis durchlebt hat, ist er ganz anders, und die Schauspieler reagieren in diesem Film wirklich gut, so wie es sein sollte, auch wenn es nichts ungewöhnliches gab.
    Sicher streckenweise fad, aber immerhin doch einfach nett ist er der Film, ausserdem spielt Chrissie Paul mit und alleinde deswegen ist er schon sehenswert.
    Vor Freude über meine vorzeitige Heiratserklärungsidee an sie, bin ich meiner Alten auf den Schoss gesprungen und wollte sie als Trampolin benutzen, aber wie Frauen halt schon sind, etwas wehleidig, schmiss sie mich wieder zurück auf den Sitzsessel, und schlug mir vor, doch Autostopp zu gehen, wenn ich sie mit einem Auto mitnehmen würde. Die Idee ist allein schon super.

    Reifenrauchende

    79, Dreizehn Sieben Achtel von 100 Vierundzwanzig, Zwölf Sexunddreissigstel von 100
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