Rules Sekunden der Entscheidung



Man glaubt gar nicht wie wichtig Sekunden sein können. Eine einzige Entscheidung kann das ganze Leben bedeuten, eine einzige Entscheidung kann für das Wohl oder für den Untergang von anderen Lebewesen entscheidend sein. Man denkt oft nicht daran, wie wichtig die Zeit ist, was eigentlich eine unserer Taten alles setzen kann. Wie sehr unsere Worte eigentlich verletzen können.
Wem Filme wie „ Zwischen Himmel und Hölle „ und „ Platoon „ gefielen, wer „ Eine Frage der Ehre „ spannend fand, wer die Lebensweise von „ Der schmale Grat „ mochte, oder die Effizienz von „ Suspect – Unter Verdacht „,die mörderische Spannung von „ Verraten „ akzeptierte, und wer auf die Schrecken des Krieges gezielt gesetzt wie „ Full Metal Jacket „ steht, dem „ Apokalypse Now „ auch etwas wild vorkam und wer bei „ Mut zur Wahrheit „ nicht auf die Uhr schaute, wer auf den Zynismus von „ Three Kings „ steht, dem sei dieser Film hier Thermoforwarm empfohlen.
1968, Vietnam, Kola, Quihamdong Provinz, es ist Krieg. Ein Platton überlebensfreudiger G.I´s kämpft sich durch den Dschungel, man bemerkt förmlich die Anspannung, man riecht förmlich den Angstschweiß der einem als Zuseher entgegenkriecht aus der Leinwand, weil man genau weiß, das da irgendwo der Vietcong sitzt. Egal wer jetzt recht hat oder nicht ( das Licht schläft momentan ), es ist einfach irre spannend, als dann der Trupp angegriffen wird. COLONEL TERRY L. CHILDERS ( Samuel L. Jackson ), ist Platoonführer, und versucht sich durch den Vietcong zu kämpfen, er wird angegriffen, und nebenbei auch sein Freund
COLONEL HAYES HODGES ( Tommy Lee Jones ), der verwundert wird.
Nur durch das mutige und überlegte Eingreifen von CHILDERS wird er gerettet und der ganze Trupp auch.
Szenenwechsel, es ist 1996 und in Washington geht eine Bombe hoch.
SENATOR MOURAIN ( Ben Kingsley ), ist in San´a – Jemen – in der Botschaft gefangen, weil eine Massendemonstration gegen das Amerikanische Regime in Moslemischen Ländern unternommen wird.
Der ganze Haß, die ganze Wut richtet sich alleine gegen den Botschafter und dessen Familie.
HODGES, 2 Wochen vor der Pensionierung, wild gefeiert, verbringt derzeit seinen Vor ruhe stand mit erfolglosen Fliegenfischen, als sein bester Langjähriger Kumpel CHILDERS, in San´a ist und versucht mit seinen Marines, die Lage zu sichern, den Botschafter ausser Landes zu bringen.
Es wird wild auf ihn geschossen, überall Heckenschützen, die Menge tobt, überall Waffengewalt, selbst Kinder werden und wurden zum töten animiert.
So beschließt in letzter Not CHILDERS einfach in die Menge schießen zu lassen. Die Folge: 83 Tote und 100 Verletzte.
Die Tageszeitungen der Welt sind voll davon, CHILDERS als Babykiller verschrien. Obwohl er 32 Jahre lange diente und fast nie einen Fehler machte, ist er auch diesesmal sich keiner Schuld bewußt, und versucht einfach den friedlichsten Weg des Widerstandes zu gehen.
Seine Befürchtungen eine Anklage zu bekommen, geschehen zu Recht und er engagiert HODGES ihn zu verteidigen.
Er willigt schließlich ein, und hat noch 1 Woche Zeit bis das Militärgericht gegen CHILDER´s Untat tagt.
Keiner weiß was wirklich vorgegangen ist, aber wollen mitreden. CHILDERS wird zum Sündenbock gemacht, weil NATIONAL SECURITY ADVISOR WILLIAM SOKAL ( Bruce Greenwood ), sich nicht bereit erklärt, für CHILDERS den Arsch in dieser Internationalen Frage hinzuhalten, und so entschließt er sich CHILDERS eben als Sündenbock zu benutzen.
Die einzige Rettung in dieser Lage ist eben noch HODGES der kein besonders guter Anwalt ist, und er hat wirklich zu kämpfen. Und das gegen eine Horde von Machtgierigen Politikern, Hungrigen Pressepaparazzis, und einem Verdammt guten Militäranwalt.
Die Verbindung zwischen Militär und Gerichtssaaldrama funktioniert hier bestens. Vielleicht werden die einen oder anderen Partein zur Beschönigung aufgerufen, aber uns hat der Streifen auf alle Fälle gefallen.
Herrlich ist es am Stuhl zu sitzen, seiner Freundin beim Salzgebäckmüsliknabbern zuzuhören, und dauernd ein paar wild herumfuchtelnde Arme in seinem Genick zu haben.
Wer kennt nicht das Gefühl am liebsten aufstehen zu möchten, und in den Film reinzuschreien, mach doch endlich das und das damit dir nicht das und das passiert.
Wie gut es uns eigentlich hier in Mitteleuropa geht und wie schlecht eigentlich da unten im Jemen die Menschen dran sind, das wird auch sehr gut durch den Film verdeutlicht.
Der Islam, eigentlich eine sehr friedliche Religion, wird hier ein bißchen brutal dargestellt.
Hervorragende Schauspieler in wirklich guter Menschlicher Hochform, tragen zum Genuß des Regenwurmvertilgens bei, und beflügeln einem zu Messerscharfen Denkanstößen.
Soviel Ehre, Kriegsethos und Freundschaft, wird einem selten geboten. Schade das der Film nur 122 Min. gedauert hat, ich hätte den Streifen gerne noch 20 – 30 Minuten ertragen wollen.
Die 2 Std. sind so schnell vergangen, und bevor du noch deine Freundin im Kinosessel für die nächsten 9 Monate Schmerzlos beglückt hast, und deine Stimmorgane mit Ihren in Verbindung gesetzt hast, ist der Film auch schon wieder zu Ende.
Auf alle Fälle der Streifen lohnt sich. Einfach überwältigend sind so viele Szenen, das man am liebsten mit den Füßen im Dreiviertel Takt zu Klassischen Leitmotiven von AC/ DC und Alice Cooper tanzen möchte, und des Vordermannes Sitz im Übereinklang mit Kosmischen Ommm Klängen vibrierend bringen möchte.
Ein Körnl zu sein ist wirklich nicht leicht, und wer vorhat zu den Marines zu gehen, nachdem das Abitur geschafft ist, oder zur Fremdenlegion zu pilgern, nachdem man beim KFZ Mechaniker Test durchgefallen ist, sage ich nur, versucht es nicht. Es bringt sehr viel Verantwortung mit.
Der Streifen ist auch so genau, weil er jede Einzelheit, die man erblicken konnte, wenn man aufpaßt wirklich genau in Szenen gesetzt. Alleine schon das man hier auch sieht was mit den Verwundeten getan wird, was in anderen Filmen oft fehlt, sollte dem Streifen einen Oscar einbringen.
Es wird nur das nötigste geschossen, und die ganze haßerfüllte Motivation von 2 verschiedenen Kriegen wird sehr eindrucksvoll gezeigt. Man weiß oft nicht, wer ist hier gut und wer der Schlimme Schlingel.
Eigentlich immer der, der tötet.

Nervenaufreibende

90, 112 von 100