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Filmkritik: Der Überfall

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    Filmkritik: Der Überfall

    Der Ueberfall

    Oder wie aus einem Faschingsfest, ein Mittelmässiger Beerdigungsgeburtstag wird.
    Nun wir schreiben das Jahr Wien, in 2000. Es ist Februar. Die Leute sind blöd, grantig, kalt aufgelegt, das Wetter ist beschissen graupelig. Die Zeit ist so richtig, um sich entweder selbst zu geisseln, oder Freiwillig in ein Franziskanerkloster zu gehen. Eine Gemeindebauwohnung wie es sie in Europa zu Hunderten gibt in verschiedenen Städten, nur ist unsere Stadt eben die schönste. Naja zumindestens was die Biotonnen betrifft, die sind so schön bunt. Nun, es beginnt so richtig lebensecht, maximal wahrscheinlich wie „ Kids „ oder
    „ Trainspotting „ oder ne Össiversion von „ American Beauty „ in einem Gemeindebau, wo der 32 jährige
    arbeitslose, leicht dämliche, aber Ochsennette ANDREAS ( Roland Düringer ) lebt.
    Er ist nicht nur arbeitslos, sondern auch von seiner Frau geschieden, und sein knapp 7 Jähriger Sohn feiert gerade heute Geburtstag. Das blöde ist, das er bei der Schwester lebt, deren Mann ihn verachtet, und der Polizist ist. ANDREAS hat noch ein Problem, er muß bis abends seiner Geschiedenen Frau, 10.000.- an Alimenten zahlen, sonst schaltet diese den Rechtsanwalt ein. ANDI hat eine ziemlich verrückte Idee, um zu Geld zu kommen, er verkleidet sich weil ja Faschingszeit ist, als Clown, und zieht los mit einer Tasche, und einem Plastikroboter, der zusammengeschuster ist, für seinen Sohn, los, in den 2. Bezirk, um eine Mondo Filiale zu überfallen. Der Typ ist urtolpatschig und äußerst lieb, und kann eigentlich seine liebenswürdige Tat nicht ins Freie übersetzen, da er einfach zu viele Zeugen hat. Auch in ner Bank hat er sich nicht reingetraut, also bleibt nur eines übrig. Das zufällig vorbeikommende Geschäft des Schneidermeisters JOSEF BÖCKL zu besuchen ( Joachim Bißmaier ). In dem Shop sind nur 2 Leute, der Meister und WERNER KOPPER ( Josef Hader ). ANDI überfällt den Schneidermeister, und erbeutet einige 20 er sonst nichts, und als er JOSEF selbst ausbeutet, fallen ihm 800.- in die Hand. Das ganze ist aber leicht Minnisarkastisch gedreht worden, und wirklich süß. Alleine wie er schon reingeht, und im Hinterkammerl, aus das Piepstöngeräusch vom Handy von
    WERNER aufmerksam gemacht wird, der so ne Art großes Kind ist.
    Natürlich werden die beiden hilfsbedürftig, fast nach ner Verbrecheranleitung, gefesselt, mit bunten Bändern, und auf nen Stuhl gesetzt. ANDI sucht verzweifelt Geld, er braucht ja nur die 10 Riesen, mehr nicht, nur hat JOSEF – 0 Kohle bei sich, weil sein Geschäft wirklich beschissen rennt. Wer geht heutzutage noch zu einem Schneider, wenn man doch neu bei C & A, und bei H & M, so billig Massenfließbandsmaschinenklamotten kriegt. Er räumt denen die ganze Bude aus, und findet außer Dreck und Stoffe eigentlich nichts.
    Dann fängt ANDI einfach an sich zu beruhigen, und irgendwie kommt er mit den beiden ins Gespräch, und so nach dem Motto „ Kaisermühlenblues „ und „ Ein echter Wiener geht nicht unter „ unterhält er sich eigentlich ganz nett von denen, und als er auf seine Situation aufmerksam machen will, kommt gerade die Polizei.
    ANDI will gerade aufgeben und rausgehen, als er im letzten rettenden Moment erkennt, das eigentlich vis a vis ein Raubüberfall auf die von ihm zuvor besuchte Mondo Filiale gemacht wurde.
    Er bleibt bei JOSEF und bei WERNER und leistet ihnen Geiselnehmende Gesellschaft. WERNER ist Angina Pectoris krank, und während die Stunden vergehen, hat er ihm so ziemlich alle möglichen Krankheiten aufgezählt die es gibt, und die er gehabt hat, von ner Seitenwandherzerkrankgung bis zur Nierenkolik.
    Mann das macht so richtig glücklich sowas zu hören, überhaupt wenn du in einer so verzwickten Situation bist wie ANDI. Er schlägt die beiden nicht, er redet, wütet, und läßt sie dann eigentlich frei.
    WERNER muß dazwischen aufs Klo, und brunzt in die Waschmuschel rein, was aber nicht klappt, und so begleitet ihn ANDI aufs Klo am Gang, und WERNER wird eingesperrt.
    Bei dem Versuch WERNER zu retten aus dem Scheißhaus, verletzt sich ANDI, und irgendwann kommt auch JOSEF frei, und kann ANDI niederknüppeln.
    Da hat er auf einmal das Muttersöhnchen WERNER kurz auf seiner Seite, und den helfenden Samariter spielend, geht ANDI mit ihm zur Volksbank, um JOSEF´s überlastetes Konto um 5.000.- zu erleichtern, wobei aber auch ne Menge Schwierigkeiten auf sich zu kommen.
    Nun der Streifen ist es eigentlich wert, ihn im Kino anzusehen, da der Österreichische Film wirklich brilliert, und alleine von seinem leicht hintergründigen Ostereiersuchsonntagschmäh beruht.
    Nach dem Film bekommt man irgendwie Depressionen, und man mag gar nicht mehr so richtig weiterleben, wenn es nicht im Kinofoyer einen Häagen Dasz Eis stand gäbe, wo man gnädigerweise von der Freundin eingeladen wird, die sich bedankend mit einigen Eisflecken auf der Bluse, auf sichtbaren Stellen, ärgert.
    Nur wer kann wissen, das man mit vollem Munde nicht lachen soll.
    ANDI spielt den Düringer irre gut ,und paßt wunderbar als zitterndes, krankes, nervenschüttelndes Nervenbündel. Man denkt so langsam über den Sinn des Lebens nach, stellt sich wiederum die alten Fragen, wo komm ich her, wo geh ich hin, wieviel Zeit wird ich noch haben, wo ist mein Plasma TV, wird
    GILIAN ANDERSON mir den Heiratsantrag endlich zurückschicken ausgefüllt, den ich Ihr vor 5 Jahren schickte, oder KYLIE MINOGUE vor 14 Jahren ?
    Man geht einfach so schlurfend dahin, und freut sich über die Plackerei der Freundin die dich versucht Huckepack als heulendes Elend zur Schnellbahn zu tragen, und 86 Kg nicht verkraftend schon nach lächerlichen 123,5 M zusammenbricht. Eigenartig ist es immer dann wie die Leute schauen, wie Autoscheinwerfer, die noch nie den Mond gesehen haben.
    Die ganze Story ist eigentlich eine 3 Personen im Raum eingesperrt Story, aber wirklich gut gespielt, und Roland Düringer – ein Meisterkabarettist bei dem alle anderen wirklich einpacken können, hat einen so herrlichen suizidgefährdenden Murder Death Kill Blick.

    Schneeflockige

    Faschings 71,01 von 100
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