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    Lyrik

    Nahmd allerseits,

    da ich mich hier mal wieder jenseits der Geisterstunde und vor allem alleine rumtreibe (wann kommt eigentlich mein "Spammer der Nacht"-Genosse aswang ausm Urlaub zurück? ), muss ich mir ja jetzt irgendwie die Zeit vertreiben und werde jetzt (hoffentlich) die These meines Onkels widerlegen, daß "Otto und Ottilie Normal-Internet-User" Kulturbanausen sind.

    Oder seid Ihr etwa auch welche von dem Schlag die meinen, Gedichte sind nur altbackene Raps und sowieso langweilig?

    Aber zurück zum Thema:

    Mich würde interessieren, ob Ihr eigentlich bei Zeiten mal Gedichtbände aufschlagt und was Ihr da so an Favoriten habt?

    Ich mache gleich mal den Anfang mit einem meiner Lieblings-Texte:

    <p align="center"><font face="Arial"><i><b>Die Schlesischen Weber<br>
    <br>
    Im düstern Auge keine Träne, <br>
    Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne: <br>
    Deutschland, wir weben dein Leichentuch, <br>
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch - <br>
    Wir weben, wir weben!<br>
    <br>
    Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten <br>
    In Winterskälte und Hungersnöten; <br>
    Wir haben vergebens gehofft und geharrt, <br>
    Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt - <br>
    Wir weben, wir weben!<br>
    <br>
    Ein Fluch dem König, dem König der Reichen, <br>
    Den unser Elend nicht konnte erweichen, <br>
    Der den letzten Groschen von uns erpreßt <br>
    Und uns wie Hunde erschießen läßt - <br>
    Wir weben, wir weben!<br>
    <br>
    Ein Fluch dem falschen Vaterlande, <br>
    Wo nur gedeihen Schmach und Schande, <br>
    Wo jede Blume früh geknickt, <br>
    Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt - <br>
    Wir weben, wir weben!<br>
    <br>
    Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht, <br>
    Wir weben emsig Tag und Nacht - <br>
    Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch, <br>
    Wir weben hinein den dreifachen Fluch, <br>
    Wir weben, wir weben!<br>
    <br>
    (Heinrich Heine, 1844)</b></i></font></p>

    So, dann bin ich jetzt mal gespannt...
    "Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
    aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.“
    (Oskar Wilde, 1854-1900)


    "HANDCRAFTED BY THE SIXTEEN MEN OF TAIN!"
    Mitglied des 1. Offiziellen DTM-Clubs der Scotch Single Malt Whisky Liebhaber


    #2
    Und gleich noch eins hinterher, diesmal von Bert Brecht:
    <i><b><font face="Arial"><br>
    Adolf Hitler dem sein Bart, ist von ganz besonderer Art
    Kinder da ist etwas faul, so ein kleiner Bart,
    so ein kleiner Bart, so ein kleiner Bart,
    und so ein großes Maul. </font></b></i></p>

    "Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
    aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.“
    (Oskar Wilde, 1854-1900)


    "HANDCRAFTED BY THE SIXTEEN MEN OF TAIN!"
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      #3
      Das erste mußten wir damals in der Schule auswendig lernen. Jetzt mit einigem Abstand betrachtet, kommt es richtig gut!

      Das 2. ist Kult!

      Meine Lyrik-Zapfsäule Nr. 1 ist "DER HERR DER RINGE"!


      ...Die Welt war jung, die Gipfel frei
      Zu jener Zeit, die längst vorbei
      Die mächtigen Herrn von Nargothrond
      Und Gondolin sind längst enttront
      Und leben westlich fern und weit
      Die Welt war schön zu Durins Zeit..."

      _________________________
      "HANDCRAFTED BY THE SIXTEEN MEN OF TAIN!"
      Mitglied des 1. Offiziellen DTM-Clubs der Scotch Single Malt Whisky Liebhaber

      _________________________
      Das schwächere Geschlecht ist das stärkere wegen der Schwäche des stärkeren für das schwächere.

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        #4
        und noch eines, von Hermann Hesse:


        Seltsam, im Nebel zu wandern!
        Einsam ist jeder Busch und Stein,
        Kein Baum sieht den andern,
        Jeder ist allein.

        Voll von Freunden war mir die Welt
        Als noch mein Leben licht war;
        Nun, da der Nebel fällt,
        Ist keiner mehr sichtbar.

        Wahrlich, keiner ist weise,
        Der nicht das Dunkel kennt,
        Das unentrinnbar und leise
        Von allen ihn trennt.

        Seltsam, im Nebel zu wandern!
        Leben ist Einsamsein.
        Kein Mensch kennt den andern,
        Jeder ist allein.
        "Woe to you, Oh Earth and Sea, for the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short... Let him who hath understanding reckon the number of the beast for it is a human number, its number is Six hundred and sixty six…”
        ____________________________________
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          #5
          "Woe to you, Oh Earth and Sea, for the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short... Let him who hath understanding reckon the number of the beast for it is a human number, its number is Six hundred and sixth six."


          "Woe to you, Oh Earth and Sea, for the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short... Let him who hath understanding reckon the number of the beast for it is a human number, its number is Six hundred and sixty six…”
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            #6
            Einfach nur Gedichte les ich weniger, aber ich lieb es Shakespeare zu lesen und ähnliches. zum Beispiel Goethes Faust find ich genial
            The Path of the righteous men is beset on all sides by the iniquities of the selfish and the tyranny of evil men.
            Blessed is he, who in the name of charity and good will, shepherds the weak through the valley of darkness, for he is truly his brothers keeper, and the finder of lost children.
            And I will strike down upon thee with great vengeance and furious anger those who attempt to poison and destroy my brothers, and you will know my name is The Lord when i lay my vengeance upon thee.
            Ezechiel 25.17

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              #7
              Original geschrieben von Jules Winnfield
              Einfach nur Gedichte les ich weniger, aber ich lieb es Shakespeare zu lesen und ähnliches. zum Beispiel Goethes Faust find ich genial
              is auch genial....
              "Woe to you, Oh Earth and Sea, for the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short... Let him who hath understanding reckon the number of the beast for it is a human number, its number is Six hundred and sixty six…”
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                #8
                also mit reinen gedichten hab ichs auch weniger.
                die stücke von hesse und brecht sind natürlich klassiker und ich denke jeder sollte sie kennen!
                ansonsten habe ich hier nur ein gedichtband von charles bukowski, dem größten literaten aller zeiten , und ein gedichtbuch von jewel, dieser poptante, welches aber irgendwie kacke ist.

                aber ich kann auch eins auswendig:

                ein rabe geht im feld spazieren.
                da fällt der weizen um.

                von helge schneider

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                  #9
                  Original geschrieben von niko
                  also mit reinen gedichten hab ichs auch weniger.
                  die stücke von hesse und brecht sind natürlich klassiker und ich denke jeder sollte sie kennen!
                  ansonsten habe ich hier nur ein gedichtband von charles bukowski, dem größten literaten aller zeiten , und ein gedichtbuch von jewel, dieser poptante, welches aber irgendwie kacke ist.

                  aber ich kann auch eins auswendig:

                  ein rabe geht im feld spazieren.
                  da fällt der weizen um.

                  von helge schneider
                  "Woe to you, Oh Earth and Sea, for the Devil sends the beast with wrath, because he knows the time is short... Let him who hath understanding reckon the number of the beast for it is a human number, its number is Six hundred and sixty six…”
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                    #10
                    der klappentext vom bukowski gedichtband:
                    "ich hasste dichter und ich hasste gedichte und fing an gedichte zu schreiben. und eines tages sah ich mich um und war in hamburg, germany, und vor mir saßen mehr als tausend leute, in den sitzreihen, in den gängen, sogar im dachgebälk. ich las ihnen gedichte vor, un dsie nahmen sie mir ab.

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                      #11
                      Eigentlich hasse ich Gedichte (ist so ein Schultrauma) aber trotzdem lese ich sie mal ganz gerne.

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                        #12
                        Ich mag Friedrich Hölderlin.


                        By the way, wer von euch schreibt selbst? Ich hin und wieder.

                        _________________________
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                          #13
                          Original geschrieben von Anvar666
                          By the way, wer von euch schreibt selbst? Ich hin und wieder.
                          Gedichte weniger, eher Songtexte und beizeiten mal Gute-Nacht-Geschichten.

                          Hölderlin kenn ich gar nichts - haste da evtl. nen schickes Beispiel zum posten?
                          "Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen,
                          aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.“
                          (Oskar Wilde, 1854-1900)


                          "HANDCRAFTED BY THE SIXTEEN MEN OF TAIN!"
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                            #14
                            DAS SCHICKSAL


                            Als von des Friedens heilgen Talen.
                            Wo sich die Liebe Kränze wand,
                            Hinüber zu den Göttermalen,
                            Des goldnen Alters Zauber schwand,

                            Da sprang er aus der Mutter Wiege,
                            Da fand er sie, die schöne Spur,
                            Zu seiner Tugend schwerem Siege,
                            Der Sohn der heiligen Natur;

                            Es kann die Lust der goldnen Ernte
                            Im Sonnenbrande nur gedein;
                            Und nur in seinem Blute lernte
                            Der Kämpfer, frei und stolz zu sein;

                            Der Not ist jede Lust entsprossen,
                            Und unter Schmerzen nur gedeiht
                            Das Liebste, was mein Herz genossen,
                            Der holde Reiz der Menschlichkeit;

                            Das Klagen lehrt die Not verachten,
                            Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht
                            Die Kraft der Jünglinge verschmachten,
                            Gibt Mut der Brust, dem Geiste Licht;

                            ;it ihrem heil´gen Wetterschlage,
                            Mit Unerbittlichkeit vollbringt
                            Die Not an einem großen Tage,
                            Was kaum Jahrhunderten gelingt;

                            Es reife von des Mittags Flamme,
                            Es reife nun von Kampf und Schmerz
                            Die Blüt am grenzenlosen Stamme,
                            Wie Sprosse Gottes, diese Herz!

                            Beflügelt von dem Sturm erschwinge
                            Mein Geist des Lebens höchste Lust,
                            Der Tugend Siegeslust verjünge
                            Bei kargem Glücke mir die Brust!

                            Im heiligsten der Stürme falle
                            Zusammen meine Kerkerwand,
                            Und herrlicher und freier walle
                            Mein Geist ins unbekannte Land!

                            Hier blutet oft der Adler Schwinge;
                            Auch drüben warte Kampf und Schmerz!
                            Bis an der Sonnen letze ringe,
                            Genährt vom Siege dieses Herz.


                            In dieser Interpretation von Orplid traf ich das erste Mal auf Hölderlin (dies ist eine leicht gekürzte Version), und die Worte haben mich sofort in ihren Bann gezogen!

                            _________________________
                            "HANDCRAFTED BY THE SIXTEEN MEN OF TAIN!"
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                              #15
                              Das hier ist Hölderlins Original:


                              Das Schiksaal

                              Proskunountes thn eimarmenhn, sojoi..
                              Aeschylus

                              Als von des Friedens heil'gen Thalen,
                              Wo sich die Liebe Kränze wand,
                              Hinüber zu den Göttermahlen
                              Des goldnen Alters Zauber schwand,
                              Als nun des Schiksaals eh'rne Rechte,
                              Die große Meisterin, die Noth,
                              Dem übermächtigen Geschlechte
                              Den langen, bittern Kampf gebot;

                              Da sprang er aus der Mutter Wiege,
                              Da fand er sie, die schöne Spur
                              Zu seiner Tugend schwerem Siege,
                              Der Sohn der heiligen Natur;
                              Der hohen Geister höchste Gaabe,
                              Der Tugend Löwenkraft begann
                              Im Siege, den ein Götterknabe
                              Den Ungeheuern abgewann.

                              Es kann die Lust der goldnen Erndte
                              Im Sonnenbrande nur gedeih'n;
                              Und nur in seinem Blute lernte
                              Der Kämpfer, frei und stolz zu sein;
                              Triumph! die Paradiese schwanden,
                              Wie Flammen aus der Wolke Schoos,
                              Wie Sonnen aus dem Chaos, wanden
                              Aus Stürmen sich Heroën los.

                              Der Noth ist jede Lust entsprossen,
                              Und unter Schmerzen nur gedeiht
                              Das Liebste, was mein Herz genossen,
                              Der holde Reiz der Menschlichkeit;
                              So stieg, in tiefer Fluth erzogen,
                              Wohin kein sterblich Auge sah,
                              Stilllächelnd aus den schwarzen Woogen
                              In stolzer Blüte Cypria.

                              Durch Noth vereiniget, beschwuren
                              Vom Jugendtraume süß berauscht
                              Den Todesbund die Dioskuren,
                              Und Schwerd und Lanze ward getauscht;
                              In ihres Herzens Jubel eilten
                              Sie, wie ein Adlerpaar, zum Streit,
                              Wie Löwen ihre Beute, theilten
                              Die Liebenden Unsterblichkeit.-

                              Die Klagen lehrt die Noth verachten,
                              Beschämt und ruhmlos läßt sie nicht
                              Die Kraft der Jünglinge verschmachten,
                              Giebt Muth der Brust, dem Geiste Licht;
                              Der Greise Faust verjüngt sie wieder;
                              Sie kömmt, wie Gottes Bliz, heran,
                              Und trümmert Felsenberge nieder,
                              Und wallt auf Riesen ihre Bahn.

                              Mit ihrem heil'gen Wetterschlage,
                              Mit Unerbittlichkeit vollbringt
                              Die Noth an Einem großen Tage,
                              Was kaum Jahrhunderten gelingt;
                              Und wenn in ihren Ungewittern
                              Selbst ein Elysium vergeht,
                              Und Welten ihrem Donner zittern -
                              Was groß und göttlich ist, besteht.-

                              O du, Gespielin der Kolossen,
                              O weise, zürnende Natur,
                              Was je ein Riesenherz beschlossen,
                              Es keimt' in deiner Schule nur.
                              Wohl ist Arkadien entflohen;
                              Des Lebens beßre Frucht gedeiht
                              Durch sie, die Mutter der Heroën,
                              Die eherne Nothwendigkeit. -

                              Für meines Lebens goldnen Morgen
                              Sei Dank, o Pepromene, dir!
                              Ein Saitenspiel und süße Sorgen
                              Und Träum' und Thränen gabst du mir;
                              Die Flammen und die Stürme schonten
                              Mein jugendlich Elysium,
                              Und Ruh' und stille Liebe thronten
                              In meines Herzens Heiligtum.

                              Es reife von des Mittags Flamme,
                              Es reife nun vom Kampf und Schmerz
                              Die Blüth' am gränzenlosen Stamme,
                              Wie Sprosse Gottes, dieses Herz!
                              Beflügelt von dem Sturm, erschwinge
                              Mein Geist des Lebens höchste Lust,
                              Der Tugend Siegeslust verjünge
                              Bei kargem Glüke mir die Brust!

                              Im heiligsten der Stürme falle
                              Zusammen meine Kerkerwand,
                              Und herrlicher und freier walle
                              Mein Geist in's unbekannte Land!
                              Hier blutet oft der Adler Schwinge;
                              Auch drüben warte Kampf und Schmerz!
                              Bis an der Sonnen lezte ringe,
                              Genährt vom Siege, dieses Herz.


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                              "HANDCRAFTED BY THE SIXTEEN MEN OF TAIN!"
                              Mitglied des 1. Offiziellen DTM-Clubs der Scotch Single Malt Whisky Liebhaber

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                              Das schwächere Geschlecht ist das stärkere wegen der Schwäche des stärkeren für das schwächere.

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